| Victor Timmer | Verheijen und Philbert, eine Begegnung mit Folgen (zwei Teile) Het ORGEL 104 (2009), nr. 2, xx-xx [Zusammenfassung] |
2006 und 2007 wurde in “Het Orgel” über die Aktivitäten des französischen
Diplomaten und Orgelkundigen Charles-Marie Philbert berichtet. Im Anschluss an
diesen Artikel wurde in zwei Artikeln besonders Philberts Verbindung zum
Amsterdamer Organisten Jos. A. Verheijen (1837–1924) betrachtet, der sich in den
Jahrzehnten um die Jahrhundertwende eine herausragende Stellung im
niederländischen Musikleben zu erwerben wusste. Er gründete die Niederländische
Organistenvereinigung, wo er in den folgenden dreißig Jahren Vorsitzender war.
Daneben war Verheijen Organist der Adema-Orgel in der Mozes und Aäronkerk in
Amsterdam, das Instrument, das 1871 mit auf Veranlassung von Philbert gebaut
wurde. Verheijen und Philbert hatten nicht erst ab 1871 Kontakt miteinander, wie
bis heute gedacht wurde, sondern – so wird in diesem Artikel deutlich – bereits
seit 1859 in Den Helder. Verheijen lernte in Den Helder nicht allein Philberts
Orgel kennen, er war auch Gründer und Dirigent des Chors “Cecilia” und in dieser
Funktion der Vorgänger von Philbert.
Die Nachforschungen, über die in diesem Artikel berichtet wird, richten sich
ausschließlich auf diese Periode in Den Helder und die möglichen Implikationen
daraus, und auch auf Verheijens junge Jahre und den Beginn seiner
professionellen Laufbahn (ab 1862) in Gouda. Dort war er sowohl in als auch
außerhalb der Kirche an verschiedenen musikalischen Fronten aktiv, bevor er 1871
nach Amsterdam berufen wurde. Möglicherweise ist Philbert einer derjenigen
gewesen, die Verheijen um 1860 dazu gebracht haben, sich für eine Laufbahn als
Musiker zu entscheiden. Auf jeden Fall hat Verheijen den größten Teil seiner
organologischen Kenntnisse Philbert zu verdanken. Dank dem französischen
Diplomaten wurde Verheijen ein herzlicher Fürsprecher der modernen französischen
Orgel in den Niederlanden.