| Johann Th. Lemckert | Messiaens frühe Orgelwerke (1928-1950), Aspekte der Aufführung, besonders bei Gaston Litaize Het ORGEL 104 (2008), nr. 6, xx-xx [Zusammenfassung] |
Verschieden Komponisten des 20. Jahrhundert verlangten, dass ihre Musik genau so
aufgeführt wurde, wie sie es wünschten. Die Frage, ob auch Olivier Messiaen
diese Strenge von jenen verlangte, die seine Orgelwerke wiedergaben, wird in
diesem Artikel behandelt. Dies geschieht namentlich durch Eingehen auf die Art
und Weise, wie Gaston Litaize (1909-1991) Messiaens frühe Orgelwerke gespielt
hat. Hierbei spielen LP- und CD-Aufnahmen von Litaize eine wichtige Rolle,
ebenso die LP-Aufnahme die Messiaen selber 1956 von seinen Orgelwerken machte.
Darüber hinaus entlehnt der Autor viele Angaben an persönliche Begegnungen mit
Litaize und an das Messiaen-Projekt 1986 am Koninklijk Conservatorium in Den
Haag, wo Litaize und Messiaen als Gastdozenten auftraten. Einer der Aspekte, die
nachdrücklich an die Reihe kommen, betrifft die Tempi, in denen die
Orgelkompositionen gespielt werden. Eine Analyse der verschiedenen
Interpretationen führt zu dem Schluss, dass Messiaen in der Aufführung seiner
Orgelwerke viel Freiheit zustand.