| Marieke Stoel | Paul Barras und seine Orgelkompositionen Het ORGEL 104 (2008), nr. 2, 18-27 [Zusammenfassung] |
Der blinde belgische Organist Paul Barras (geb. 1925) war
Schüler von Flor Peeters am Lemmensinstitut in Mechelen und
Koninklijk Conservatorium in Antwerpen. Nach seinem Studium entpuppte
er sich als fähiger Pädagoge, der sein eigenes
Unterrichtsmaterial entwickelte („Exercices
élémentaires“). Als Dozent
unterrichtete Barras am Koninklijk Blindeninstituut in
St.-Lambrechts-Woluwé, am Koninklijk Conservatorium in
Brussel und an der Académie de Musique in
Woluwé-Saint-Lambert.
Seit 1953 ist er als Komponist tätig: sein Oeuvre umfasst ca.
sechzig Werke. Im Allgemeinen sind Barras Kompositionen leicht bis
mäßig schwer, sowohl für den Organisten als
auch für den Zuhörer. Ein Teil seiner Werke ist
für die kirchenmusikalische Praxis bestimmt, ein anderer
ausdrücklich für die Konzertpraxis. Barras Stil ist
früh-modern und an der französischen Schule
orientiert: oft modal in der Tonalität und nirgends
ausgesprochen dissonant. Barras ruhiger Charakter und eine
interessierte, positive Einstellung werden in seinem Werk deutlich.
Photo: Marie-Cécile Deproost