| Peter van Dijk | Die liturgische Funktion von Buxtehudes Orgelwerken Het ORGEL 104 (2008), nr. 1, xx-xx [Zusammenfassung] |
Viele Organisten in großen norddeutschen
Stadtkirchen
improvisieren im Gottesdienst. Zu Gunsten von nicht-improvisierenden
Organisten werden aber auch Kompositionen zu Papier gebracht. Es gibt
wenig mit Sicherheit über die Relation zwischen Buxtehudes
Improvisationen und seinen ausgeschriebenen Kompositionen zu sagen.
Dass Buxtehudes Orgelwerke (mit) für den liturgischen Gebrauch
bestimmt sind, ist nahezu unumstritten. Es besteht jedoch Uneinigkeit
über die Frage, wie die Kompositionen in der Liturgie
gebraucht wurden. Auf Basis von Angaben aus Kirchenordnungen und zwei
Gottesdienstordnungen aus Hamburg 1607 und Danzig 1705 kann vermutet
werden, dass nicht choralgebundene Musik als Postludium für
den Gottesdienst gebraucht wurde. Es ist die Frage, ob Buxtehudes
Choralbearbeitungen als Vorspiele dienten; sie können auch als
Orgelverse in einer Alternatimpraxis fungiert haben. Die
großen Choralfantasien können zwischen der
Evangelienlesung und der Predigt erklungen sein. Sie könnten
auch als /musica sub communione/ gebraucht worden sein. Aber die zu
Grunde liegenden Choräle sind selten spezifische
Kommunionlieder. Es gibt keine Quelle, aus der deutlich wird, dass die
Choralfantasien in den Abendmusiken gespielt wurden.